Antonio PizzirussoHypnosetherapieKommentar schreiben

Wenn wir vom hypnotischen Zustand sprechen, dann unterscheiden wir zunächst 3 verschiedene Tiefen der Hypnose

Dabei sind die Übergänge fliessend und unbeständig. Mal bist Du also „wacher“ und mal „tiefer“. Zu keinem Zeitpunkt jedoch befindest Du Dich im Schlaf.

Tiefer bedeutet nichts anders als suggestibler. Lange Vertiefungstechniken (besonders nach einem harten Arbeitstag) können zu einem unerwünschten Einschlafen führen. Als alternative Hypnose-Einleitung (Induktion) kann der Hypnosetherapeut die Soforthypnose (Blitzhypnose) anwenden.

Um die 3 weiter unten aufgeführten Tiefen der Hypnose wiederum richtig einzuordnen, ist es wichtig zu verstehen, dass die Entspannung (z.B. fixierender Blick aus dem Fenster im fahrenden Zug) nicht zwingend schon mit dem hypnotischen Zustand gleichzusetzen ist.

Von der Entspannung zur Hypnose – ein fliessender Übergang

Entspannung bildet vielmehr die Basis für die Erzielung der Trance, während der hypnotische Zustand an sich hingegen meist einer Hypnose-Einleitung (Induktion) bedarf.

Da die körperliche und mentale Entspannung (bekannt aus der Dave Elman Induktion) wiederum Bestandteil der Hypnose-Einleitung und somit der Vertiefung ist, ist auch die klare Trennung zwischen Mittlerer Trance und Somnambulismus fliessend.

Im hypnotischen Zustand wird per Definition der kritische Faktor des Bewusstseins umgangen, somit befindest Du Dich in einer Ebene (ich nenne es Arbeitsebene), wo wir direkt mit Deinem Unterbewusstsein interagieren können. Suggestionen können somit ohne Widerstand verankert werden, sofern diese für Dich akzeptabel, also stimmig sind.

Die Entspannung habe ich nachfolgend in 2 Ebenen unterteilt, wobei ein Unterschied zwischen der leichten und der mittleren Trance einer guten Beobachtung bedarf.

Entspannung:

  • Leichte Trance
  • Mittlere Trance

Bei den hypnotischen Zuständen ist zumindest zwischen dem Somnambulismus und dem Esdaile Koma ein wesentlicher Unterschied in Form der Kommunikationsbereitschaft und der Schmerzempfindlichkeit erkennbar. Beide Veranlagungen sind im Esdaile Koma stark eingedämmt.

Hypnotischer Zustand (Tiefen der Hypnose):

  1. Somnambulismus
  2. Esdaile Koma / Hypnotisches Koma (Ausgangslage für Ultra Height®/ Ultra Healing®
  3. Sichort Zustand (auch Ultra Depth®)

Somnambulismus

Der Somnambulismus ist eine ideale Ausgangslage für den Dialog mit dem Unterbewussten. Die Hypnoanalyse ist eine vielfach angestrebte Methode, die mit einer Videokamera in einem Shop verglichen werden kann. Stell Dir vor wie lange eine Video-Aufzeichnung in einer Tankstelle läuft, ohne dass etwas nennenswertes aufgenommen wird.

In der Regression geht es hauptsächlich darum den oder die Auslöser für ein bestimmtes Symptom zu finden. Wir suchen also, um wieder auf das Beispiel mit der Videokamera zurückzukommen, nach einem wichtigen Ereignis innerhalb des Tankstellenshops (Diebstahl, falsches Wechselgeld usw). Während bei einer Videokamera vor- und zurückgespult wird, gibt es in der Hypnosetherapie natürlich verschiedene Regressions- und Progressionstechniken die angewendet werden können. Dabei ist es wichtig, auch scheinbar unbedeutende Situationen kritisch zu beleuchten. Nach der gewünschten Auflösung der alten Glaubenssätze entsteht dann wie ein fruchtbarer Boden, wo neue Glaubenssätze (Suggestionen) gesät (verankert) werden können. Dabei sind auch Perspektivenwechsel durchaus erfolgreich.

Das Esdaile Koma

Das Esdaile Koma (auch Esdaile Zustand oder hypnotisches Koma) ist nach dem schottischen Chirurgen Dr. James Esdaile benannt (1808-1859) der lange Zeit in Indien tätig war. Gemäss Literatur war James Esdaile der Erste, der die Hypnose ähnlich wie eine Anästhesie erfolgreich eingesetzt hat. Er brauchte einige Wochen, bis er seine Patienten in den schmerzfreien Zustand versetzen konnte, deshalb brauchte er eine entsprechend lange Vorlaufzeit. Da Medikamente in Kalkutta knapp und teuer waren, blieb ihm keine andere Wahl, als mit Hypnose zu arbeiten. Interessant ist dabei, dass er bei der Durchführung von Bein- oder Armamputationen eine wesentlich kleinere Sterberate erreichte als ohne Hypnose. Dies gelang ihm, indem er Blutungen vorzeitig stoppen konnte. Aber auch die sonst meist folgenden Infektionen blieben bei ihm oft völlig aus. Das Hypnotische Koma zeichnet sich dadurch aus, dass der Wunsch nach Kommunikation nicht mehr vorhanden ist. Dieser Zustand ist so tief, dass er vom Klienten meist nur noch genossen wird.

Wie wird der Esdaile Zustand heutzutage genutzt?

Heute nutzen wird den Esdaile Zustand als Ausgangslage für die Arbeit im Überbewussten. Das Höhere Selbst (Ultra Height®) ist neben der Schmerztherapie und der Aktivierung der Selbstheilung (Ultra Healing®) in der Regel nur ausgehend vom Esdaile Zustand erreichbar. Heutzutage braucht man für die Erreichung des Zustandes zwar keine Drei Wochen, wie damals Dr. James Esdaile, jedoch ist das Hypnotische Koma bei einem Klienten ohne Erfahrung im Bereich der Trance kaum auf Anhieb erreichbar. Ab der zweiten oder dritten Sitzung kann dieser wundervolle Zustand jedoch ohne weiteres erreicht werden.

Der Sichort Zustand

Zuletzt haben wir noch den Sichort Zustand (auch Ultra Depth®). Benannt ist dieser Zustand nach Walter Sichort (Hypnotiseur) der in den 60er Jahren aktiv war. Hierbei handelt es sich um den relativ wenig beschriebenen, tiefsten hypnotischen Zustand überhaupt. Nebstdem, dass er nur von wenigen Hypnosetherapeuten angestrebt wird, ist dieser Zustand nur von ganz wenigen Therapeuten erreicht worden. Die Atmung reduziert sich in diesem Zustand auf ca. dreimal in der Minute. Es wird vielfach von Spontanheilungen berichtet. Walter gab damals seine Erkenntnisse nur an wenige Nachfolger weiter.

Hattest Du schon die eine oder andere Erfahrung zum Thema Hypnose? Wenn ja, wie fühlt sich Trance für Dich an? Was ändert sich für Dich in diesem Zustand ausser der mentalen und körperlichen Entspannung? Deine Meinung interessiert mich!

 

Über den Autor
Antonio Pizzirusso

Antonio Pizzirusso

Ich habe das Glück, dass ich als Hypnosetherapeut sowohl meine persönlichen Stärken wie Intuition und Empathie, als auch meine Leidenschaft mit der Hypnose leben kann. Darum schreibe ich auch diesen Blog und versuche Interessierten das Thema Hypnose näher zu bringen.

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